die städte und du
strudel in wien
vielleicht wien und
sicher januar im
fenster des trödlers der
dezember ohne nadeln auf
dem gerippe ein vogel sein
silberlied mischt sich
in das kratzen der
schneeschaufeln vor sechs
vielleicht umarmt mich ein
traum ecke strozzigasse wartet
der doppelstöckige bus
ich warte auf meine
schritte sie sind durch
den torbogen verschwunden im
trüben licht numerierter
stiegenschluchten verhallt der
portier rostet verbeult aus
seinem mund ragt ein draht die
augen sind lochkarten ohne
daten gibt es mich nicht
ohne namen adresse küss die
hand vielleicht bin ich in
dem wintergedicht gleich kommen
schritte treffen andere schritte gleich
fährt zum bus zum südbahnhof oder
westbahnhof vielleicht in wien
monarchisch
der himmel spiegelt den frost
schattenlos über
morgenhäusern ecke strozzigasse
josefsstädterstrasse hängt die
fleischersfrau im schaufenster am
fleischerhaken und blutet
aus bekleidet mit
einer lammfellmütze vielleicht
hat sie mit dem
hackbeil geschäkert sie kann nicht
mehr verraten wieviel
vom rosenpaprika wieviele esterhazy
wo fände ich meine zeit gegenüber
das hotel weisser hahn eine
grille narrt die gäste knabbert an
rosentapeten und zirpt gleich
kommt der kammerjäger erschiesst
die grille vielleicht auch
die rosen
nocheinmal schritte der
verschlag des portiers ist
verwaist sind es
meine schritte die
steintreppen scheinen ohne spuren
das parkett im appartement dreizehn
liegt faltenlos jetzt
wünschte ich ein grillenlied für
blosse füsse die
zeit verweigert sich vielleicht
in wien liege ich ordentlich
gefaltet in einer lade
appartement dreizehn das
sofa in der farbe von mohn die
kerze sonnenhell die rose
irgendwo zuhause sein
einen dreivierteltakt lang
zuhause die
frostschaufeln kratzen ecke strozzigasse
ich habe ein schneegesicht im
burggarten narbt es die krähe die
barocken paläste geben sich maskiert
die menschen
im kaffeehaus quillt verwesung
unter rahmperücken vor wie
war gleich der hübsche name
liebe oder tod
die steinfrau lächelt ihre
blossen brüste von stimmen
liebkost kann es
mitternacht sein wo
finde ich meine zeit splittert sie
der frost in kleine münzen zu
wenig um eine rose zum
blühen zu bringen vielleicht in
wien umarmt die liebe den
tod endlich ein schneereigen der
kammerjäger tanzt mit
einer fleischersfrau im
wienerwald soll ein
knusperhaus stehen vielleicht
sitzt hänsel noch immer
im käfig der hans gibt es
kein ende muss es sich
weiterdrehn
mein berlin
mein berlin ein dorf
unter dörfern mit kirche
und glocken eingegrünt das
kutscherhaus im zweiten hinterhof
bitte klopfen der schatten
gehört dem kutscher und
manchmal das klagen
im wind und
das gelächter aus dem
tümpel wo der frosch
auf eine junge trümmerfrau
hofft kein märchen
auch kein gedicht mein
berlin ein spiegel
der die gesichter löscht
und treiben im sand getriebensein
mein berlin
gibt es nicht im
u-schlund die menschentierchen
befördert durch die zeit
die knie des kleingeborenen
zum körper geholt seine
altgewordenen hände blättern
vorsichtig in der sprache der stempel
mein berlin die schöne
im kadewekorsett „mehr
wohlstand statt sozialismus“
lebenscocktail für nekrophile
mehr sattheit für mehr tod die
mauer nun handlich mit
echtheitszertifikat mein
berlin der hase auf dem
alexanderplatz schlägt haken
zur landschaft fontanes
und manchmal die stille
am lautesten in berlin die
himmel höher als anderswo
gewaltiger das mäandern
und näher mein kindsein
berlin eine
metapher mehr zeitweise
darin eingerichtet bewohnt
atem geholt im dorf
unter dörfern
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