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DIE PUPPENFRAU
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![]() Werkverzeichnis
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Roman (orte-Verlag, Zürich, 1983), ISBN 3-85830-019-5
(hier klicken für eine Textprobe) Rezensionen Dieser Roman darf als ein inspiriertes Stück Prosa einer Autorin gelten, deren Begabung in diesem Buch noch profilierter als zuvor erkennbar wird. (Es gingen Prosaarbeiten und Hörspiele voraus; kürzlich sind bei Sauerländer die „Verlustanzeigen“ erschienen). Nicht nur der Sinn für das signifikante, präzis eingefangene Detail fasziniert den Leser, ja mag ihn bisweilen heilsam erschrecken. auch die kunstverständige Koppelung der verschiedenen Erzählebenen überzeugt, der gleitende Übergang aus der überschaubaren Tagwelt in das Chaos der Angstträume. Der Drang nach Verknappung hat Ingeborg Kaiser Überflüssiges ausscheiden lassen, so dass der Text beklemmende Intensität erreicht - dies um so mehr, als er ohne den sattsam bekannten Weltschmerz der „Ausbruchsliteratur“ auskommt. Und wie schon in „Die Ermittlung über Bork“ ist das Grundmaterial, Ingeborg Kaisers bedrängender Stoff, durch einen vielfach verfremdenden Transformationsprozess hindurchgegangen, gibt sich in seiner literarischen Endform beinahe kühl, weil er sich nicht der baren Bekenntnisliteratur anschliessen will. (...) Subtil deutet die in Ichform sprechende Erzählerin zu Beginn ihren Ausstieg an, der vorerst ganz wörtlich verstanden sein will. „Einer Laune nachgebend“, hat sie an einem Samstag im Februar vor der Einfahrt in den Albulatunnel ihren stehenden Zug verlassen und ist im tiefen Schnee, mühsam genug, fortgegangen. Angezogen wird sie von einem kleinen Haus, dessen Bestimmung in der Schwebe bleibt. Es ist „Verhandlungsort“ und „Tatort“ in einem, Totenhaus, Stätte der Exekution und qualvolles Labyrinth. Positiver ausgedrückt, könnte es aber auch Durchgangsort zu einer neuen Vita werden, Schauplatz der Bewährung und des Experiments, sich mit sich selbst einzulassen: „...wenn niemand dich beklatscht, bevormundet, zum Funktionieren bringt.“ (...) Es ist ein Buch entstanden, das ganz aus dieser Zeit, aus ihrer Literatur der Kältemetaphorik hervorgeht, aber weiter reicht, weil es - zwar wissend um die Trauer - dennoch den Bannspruch gegen drohende Eiszeiten auszusprechen wagt. (NZZ, 16. Juli 1982, Nr. 162) Beatrice Eichmannn-Leutenegger.
In eisiger Abgeschiedenheit will die Ich-Figur in diesem erzähltechnisch vielfältig aufgebrochenen Roman mit sich selber ins Reine kommen, will sie die unbewältigten Stationen ihres Lebens seelisch bewältigen, die Nachtmahre ihrer Biographie beschwören und erledigen. (...) Das Buch stellt Eiswüsten dar und könnte gerade dadurch Eisbrecher-Funktionen bekommen. (Rudolf Blum, Radiozeitung) |
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