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GALGENMUT - REZENSIONEN
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NZZ Mittwoch, 30.Januar 2008 Alexandra Stäheli Gedankenschläge Gedichte von Ingeborg Kaiser Einer schnellen Lektüre kommen sie leise daher, unschuldig fast und ein wenig verspielt wie Schneeflocken im Winter, doch wenn man sich die kurzen Zeilen Silbe für Silbe auf der Zunge zergehen lässt, dann warten die Texte fast immer mit einer eiskalten Böe auf: Die Gedichte von Ingeborg Kaiser überraschen immer wieder durch ihr federleichtes Oszillieren zwischen den Extremen, zwischen Sanftheit und Kahlschlag, Sinnlichkeit und Nichts, Schwerelosigkeit und Trauer. Nicht selten scheinen sie dem Tod von der Schippe gesprungen zu sein, doch statt schnelle Erleichterung über das Entrinnen spricht aus den Texten ein mildes Wissen um den Irrwitz des Lebens, bricht schwarzer Humor auf - oder eben ein „Galgenmut“, wie der jüngste Lyrikband der Schweizer Autorin und Rosa Luxemburg-Biografin heisst. Die darin versammelten sechsundsechzig Gedichte sind aufs Knappste kondensierte Gedankengänge, fast sparsamer noch als in den vorangegangenen Bänden Ingeborg Kaisers, es sind buchstäbliche Verdichtungen, die von Zeile zu Zeile chamäleonhaft ihre Tönung ändern können, wie etwa im titelgebenden Gedicht „galgenmut“; dem henker Dabei rhythmisiert eine geschickte „Häkeltechnik“ zwischen den Zeilen nicht nur den Fluss der Lektüre, das oft gegenläufige Enjambement führt den Leser auch zu Doppeldeutigkeiten und stillen Pointen, wie im letzten Gedicht des Bandes: die bitteren |
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